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Gut Malchow

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Das Kutscherhaus auf Gut Malchow 2016

Das preußische Landgut Malchow geht auf das 17. Jahrhundert zurück und ist die ehemalige Wohnstätte des Staatsministers Paul von Fuchs unter König Friedrich I und hatte damals eine große überregionale Bedeutung. Die insgesamt 24.000 m² große Anlage wurde seit 1951 von der landwirtschaftlich-gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität genutzt, die den Standort jedoch 2004 aufgegeben hat. Seitdem stand das Gut leer zum Verkauf und verfiel immer mehr.

Der seltene Umstand, dass das Gut noch immer seine im 18. Jahrhundert entwickelte geschlossene Bebauung rings um den Gutshof aufwies, weckte kurzzeitig die Idee beim Land Berlin und dem Bezirk Lichtenberg, daraus ein Freiluftmuseum zu errichten, da es keine vergleichbare Anlage mit einer solch langen und interessanten Geschichte in einem großen Umkreis gibt. Die Pläne dafür erwiesen sich jedoch als nicht finanzierbar. Das Gut steht allerdings deswegen nahezu komplett unter Denkmalschutz, das Herrenhaus und das Kutscherhaus sind Einzeldenkmäler, der Speicher und weitere Gebäude stehen unter Ensembleschutz. Neue Gebäude dürfen auf dem Gut nicht errichtet werden. Diese hohen Auflagen des Denkmalschutzes waren der Hauptgrund für den langen Leerstand, kein Investor konnte ein tragfähiges Nutzungskonzept unter diesen Bedingungen entwickeln.

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Das Herrenhaus im Dornröschenschlaf 2012...

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...und das Herrenhaus 2016

Die STIFTUNG SYNANON konnte mit ihrem Konzept der Bewirtschaftung der Anlage mit ihrer Selbsthilfe sowohl die Anwohner Malchows als auch den Bezirk und das Land überzeugen und ist seit dem 01.03.2013 Eigentümer. Besonders hervorzuheben ist zudem die Tatsache, dass wir einer der wenigen Träger in diesem Bereich sind, die überregional tätig sind, ein einmaliges bundesweites Angebot betreiben und dieses auch aktiv bewerben.
Das Gut ist inzwischen der Hauptstandort und beherbergt neben den Bewohnern die verschiedenen Zweckbetriebe und sowie die Verwaltung der Stiftung.

Wir sind seit dem Beginn des Erwerbs in engem Kontakt mit der Stadtentwicklung, der unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesdenkmalamt und genießen volle Unterstützung des Bezirkes bei unserem Vorhaben. Der Erhalt und die Wiederherstellung der Gebäude besitzt für alle Beteiligten oberste Priorität. Angestrebt ist die vollständige Sanierung des Gutes in möglichst ursprünglichem Zustand. Die denkmalsgerechte Wiederherstellung der Gebäude und Fassaden sind Auflagen des Bezirkes und des Landes. Zudem gebietet die Geschichte des Ensembles einen entsprechenden Umgang mit ihm, auch dank der exponierten Lage an einer Hauptverkehrsstraße (B2) kurz vor dem neu ausgebauten Autobahndreieck Barnim mit entsprechen hohem Publikumsverkehr. Viele tausend Menschen nehmen das Gut Malchow täglich bewusst wahr.

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Bei der durch das Programm „integrierte ländliche Entwicklung (ILE)“ mit Mitteln aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)“ und dem Land Berlin geförderten Sanierungsmaßnahme handelt es sich um zwei Gebäude auf dem Gut:

1. Das Herrenhaus ist das älteste Gebäude des Guts und stammt aus dem 17. Jahrhundert. Im Laufe der Jahrhunderte ist es durch Aufstockung und Anbauten wie Seitenflügeln auf eine beachtliche Größe gewachsen. Das Herrenhaus ist ein Wohngebäude für ca. 50 Personen (Männer, Frauen, Kinder) und beherbergt zudem Büros für unsere Verwaltung.

2. Der sogenannte Speicher ist ein Nebengelass des Herrenhauses und stammt aus dem 18. Jahrhundert. Es handelt sich bei diesem Gebäude um eine ehemalige Brauerei und Brennerei mit hohen Ziegelgewölben und einem weiteren Teil mit preußischen Kappendecken. Der Speicher ist mit seinen großen, hohen Räumen auf zwei Etagen ein Veranstaltungszentrum für öffentliche und interne Veranstaltungen, beherbergt unsere Küche und wird im Alltag als Speisesaal für die Bewohner genutzt.

Die Sanierungsmaßnahmen waren vor allem durch den langen Leerstand und die damit verbundenen Defekte und die mangelnde Unterhaltspflege sehr umfangreich. Zudem hat der vorherige Nutzer in der Vergangenheit nahezu keine Auflagen des Denkmalschutzes einhalten müssen, wir mussten jedoch umfangreiche Rück- und Umbauten durchführen.
Akut sanierungsbedürftig waren alle Gebäude des Gutes komplett von innen und außen. Die Förderung beinhaltete die denkmalsgerechte Wiederherstellung der kompletten Hülle des Speichers und die Sanierung der Fassade des Herrenhauses.

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Unser aktuelles Projekt: Die Sanierung des Speichers

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Die STIFTUNG SYNANON beabsichtigt, in den folgenden Jahren das Gut komplett zu sanieren, so dass alle Gebäude genutzt werden können. Eventuell werden wir für einzelne Maßnahmen weitere Förderungen aus diesem Programm beantragen, andere Fördermaßnahmen für denkmalgeschützte Objekte dieser Größenordnung existieren momentan nicht.

Durch den Bezug und die Nutzung des Gutes Malchow durch die STIFTUNG SYANON hat sich die Einwohnerzahl von Malchow bereits deutlich steigern können (größter Bevölkerungszuwachs innerhalb Berlins) und durch die Zweckbetriebe entstehen neue Arbeitsplätze in der Region.

Unter diesen Links können Sie noch mehr über die Geschichte des Gutes Malchow erfahren:

http://baugeschichte.a.tu-berlin.de/hbf-msd/MSD-ab_2006-08/malchow_web.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Malchow

https://www.berlin.de/ba-lichtenberg/ueber-den-bezirk/sehenswertes/artikel.153023.php