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2021

Jubiläumsbroschüre "50 Jahre Synanon"

„Eine Idee wird 50 Jahre“
Festbroschüre zum Jubiläum erschienen

Dieses Jahr haben wir Grund zu Feiern, denn es steht im Zeichen unseres 50-jährigen Bestehens. „Eine Idee wird 50 Jahre“ ist das Motto. Die Jubiläumsbroschüre ist im Download-Bereich unserer Homepage eingestellt.

Bei Erstellung dieser Broschüre haben wir Bilanz gezogen: Mehr als 30.000 Menschen haben in diesen 50 Jahren Hilfe und Zuflucht in großer Not bei uns gefunden. Viele von ihnen konnten sich zudem ein selbstbestimmtes Leben ohne Abhängigkeiten aufbauen.

Für uns sind es Erfolgsgeschichten, die diese Menschen geschrieben haben. Stellvertretend für alle haben wir 50 Mitglieder unserer Gemeinschaft ausgewählt, die „Gesicht zeigen“. Sie ziehen sich durch diese Broschüre wie ein roter Faden. Wir hoffen, mit dieser Botschaft dazu beitragen zu können, suchtmittelabhängige oder –gefährdete Menschen zur Umkehr ermutigen zu können.

Wie schon seit Gründungstagen sind wir jedoch darauf angewiesen, dass wir auf vielfältige Art und Weise unterstützt werden. Für die Zukunft hoffen und wünschen wir uns, unsere Arbeit in bewährter Form weiterführen und ausbauen zu können.

 

 

 

Wir trauern um unseren Freund

Peter Elsing

Mit großer Bestürzung haben wir die Nachricht erhalten, dass unser Freund

Peter Elsing

am Sonntag, den 31. Januar 2021 verstorben ist. Er hat den Kampf gegen seine langjährige schwere Krankheit verloren. Wir sind traurig und fassungslos über den schmerzlichen Verlust.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und Freunden.
Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

So behalten wir ihn Erinnerung. Peter Elsing, rechts im Bild mit Uwe Schriever bei einem Besuch in unserem Feriendomizil in Steinhagen bei Stralsund.

Nachruf

Peter Elsing wurde in Wesel geboren, wo er mit mehreren Geschwistern auch aufgewachsen ist. Er hat einen kaufmännischen Beruf erlernt. Seinen Vater hat er früh verloren. Seine Mutter hat er bis zu ihrem Tod vor 15 Jahren regelmäßig besucht.

Er hat von sich selbst gesagt, dass er „ein hoffnungsloser Fall“ war, als er am 11. April 1984 zu Synanon kam. Für ihn ging es um Leben und Tod. Synanon war für ihn die letzte Chance. Hätte er eine andere gehabt, hätte er sich aus Unwissenheit dafür entschieden, hat er oft erzählt. Glücklicherweise ist es anders gekommen. Schon bald war Peter bereit, sich einzubringen und zu akzeptieren, dass er als Süchtiger clean bleiben muss, um zu überleben. Er war fasziniert von den Mitgliedern der Gemeinschaft, die wie er, „mit jeder Faser ihres Körpers süchtig waren“ und doch nüchtern blieben. Tag für Tag aufs Neue. Sein erster Clean-Geburtstag war für ihn ein Meilenstein. Er war unglaublich stolz darauf, so lange nüchtern geblieben zu sein. Und doch war er in seiner Entwicklung weit entfernt von der Persönlichkeit, die wir nach nunmehr 35 Jahren kannten und schätzten.

Zufällig an diesem, seinem ersten Clean-Geburtstag war ein Team vom Magazin „Stern“ zu Besuch. Sie wollten erfahren, wie die Menschen in der Synanon-Gemeinschaft nüchtern werden und bleiben. Nach der Synanon-Gruppe am Abend war das Journalisten-Team von dem Erlebten, der Heftigkeit, mit der sich die Synanisten die Meinung sagten, so dermaßen überwältigt, dass sie die Reportage fast abgebrochen hätten. Am nächsten Morgen wiederum waren sie gerührt bei dem Bild, das sich ihnen bot, als alle, tatsächlich alle Mitglieder der Gemeinschaft Peter Elsing zu seinem ersten Clean-Geburtstag gratulierten. Ein Journalist, Günter Dahl, schloss sich ihnen an, er umarmte Peter als er an der Reihe war wie alle anderen vor ihm und freute sich mit ihm über das Erreichte. Das war der Beginn einer jahrzehntelangen Freundschaft. Peter hat in Günter Dahl einen väterlichen Freund bis zu dessen Tod vor etlichen Jahren gefunden.

Schon bald übernahm Peter – nachdem er einige Jahre in der Synanon-Druckerei mitgearbeitet hatte – die verantwortungsvolle Position des Hausleiters und wurde Mitglied im Synanon e.V. sowie im Ältestenrat wie es damals noch hieß. Für ihn war die Gemeinschaft immer wichtiger als er selbst. Das Wir zählte für ihn. Er hat sich nie geschont, war immer da, wenn er gebraucht wurde. Er hatte ein Herz für seine Leute, setzte sich für sie ein. Sein Suchtwissen war enorm. Vielen hat er mit seiner konsequenten Sicht auf die Dinge geholfen. Er konnte zuhören und verstehen.

In der schweren Zeit des wirtschaftlichen Umbruchs in den Jahren 1997 bis 2000, als Synanon eine schwere Krise zu überstehen hatte, war er mit Tatkraft dabei. Diesmal war es aus wirtschaftlicher und finanzieller Sicht notwendig, den Wechsel vom Synanon e.V. zur Stiftung Synanon zu vollziehen. Synanon musste das Vertrauen von Politik und Öffentlichkeit wieder gewinnen. Peter erklärte sich bereit, den Vorsitz im Vorstand der Stiftung zu übernehmen, nachdem Uwe Schriever als Vorsitzender im Kuratorium für eine transparente und solide Neuausrichtung Synanons angetreten war. Inhaltlich galt es, den Schritt von der Lebensgemeinschaft zur Lebensschule Synanon zu gehen. Peter war überzeugt davon, dass dieser Neuanfang die enorme Chance beinhaltete, künftigen Bewohnern von Synanon Perspektiven für ein eigenständiges Leben ohne Suchtmittel aufzuzeigen. Mit seiner Hilfe wurden neben den bestehenden Zweckbetrieben Umzüge und Druckerei weitere gegründet wie Clean up/Reinigung, Gärtnerei, Malerei, Wäscherei, Tischlerei und andere. Er war begeistert von der Idee, dass Synanon-Bewohner von nun an in all diesen Zweckbetrieben aus- und weitergebildet werden, um später als Angestellte neuen Bewohnern als Ansprechpartner und Paten zu Seite zu stehen. Es war die Phase des Aufbruchs und Neuanfangs, in der Peter eine feste Größe war. Die Synanon-Gemeinschaft hat ihm viel zu verdanken.

Auch nach seinem Auszug im Jahre 2003 blieb er der Gemeinschaft verbunden. Seine Krankheit forderte eine Auszeit, die ihm guttat. Später dann erklärte er sich bereit, als Mitglied im Vorstand für Synanon einzutreten. Das Jugendprojekt in Karow war eine Herzensangelegenheit für ihn in dieser Zeit. Im Jahre 2016 musste er erneut zu Gunsten seiner Gesundheit „die Reißleine ziehen“. Schweren Herzens gab er seine Position im Vorstand erneut auf, was nicht hieß, dass er sich gänzlich zurückzog.

In den letzten zwei Jahren ist es stiller um Peter geworden. Er wollte nicht, dass wir sehen, wie schlecht es ihm geht. Trotzdem standen wir bis zuletzt in Kontakt mit ihm. Synanon war für Peter das, was man unter Familie versteht. Einzelne Mitglieder unserer Gemeinschaft sind ihm eng verbunden gewesen, bis zuletzt. Noch wenige Tage vor seinem Tod haben wir ihn um Rat gefragt und er hat ihn uns gegeben.

Wir sind dankbar, ihn als Freund gehabt zu haben. Wir vermissen ihn.

 

 

Verdient im Ruhestand

Wir sagen danke und tschüß

„Es sind dann doch 17 Jahre geworden“, kommentiert Rainer L. (65). Er ist auf dem Weg zum „Energiespeicher“, wo Freunde und Weggefährten schon mit Kaffee und Kuchen auf ihn warten.

Erinnerungen werden wach: „Als Rainer am 02.03.2004 aufgenommen wurde, war ich gerade 1 Jahr in Synanon“, erzählt Sebastian L., Leiter unserer Verwaltung. „Er war - wie die meisten Neuankömmlinge - ziemlich am Ende. In dieser Zeit beurteilte ich die Neuaufnahmen noch danach, wie lange sie durchhalten würden und – ehrlich gesagt - habe ich ihm nicht viel Zukunft in Synanon zugetraut. Glücklicherweise habe ich mich geirrt. Er hat in unserer Gemeinschaft den Halt gefunden, den er brauchte. Schon bald überraschte er uns alle. Durch seine Verlässlichkeit wurde er für viele ein Vorbild. Seine ruhige Art hat vielen Neuaufnahmen den Anfang bei uns erleichtert.“

Unvergessen für Rainer L. (li) ist der Besuch des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier und seiner Frau Elke Büdenbender im Dezember 2018. Erste Station des Bundespräsidentenpaares bei ihrem Rundgang auf dem Gelände unseres Guts Malchow ist die Wäscherei. Rainer L. als Leiter gibt ausführlich Auskunft zur Arbeit und zu seiner Lebensgeschichte.

Rainer hat sich dort eingebracht, wo er gebraucht wurde. Er hat den Zweckbetrieb Clean up geleitet, später die Verwaltung und in den letzten Jahren dann die Wäscherei. Nach 2.309 Tagen in unserer Synanon-Gemeinschaft ist er ausgezogen und wurde bei uns in ein sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis übernommen. Er hat geheiratet und auch sein privates Glück gefunden. Rainer ist ein Familienmensch. Und so wünschen wir ihm alles Gute, vor allem Gesundheit und viel Freude im Kreise seiner Familie.

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